Johann Friedrich Hossfeld . Familienbildnis Kummer-Hoßfeld
Johann Friedrich Hossfeld . Familienbildnis Kummer-Hoßfeld

Johann Friedrich Hossfeld

1809 Schulpforta - 1882 Berlin

Familienbildnis Kummer-Hoßfeld

Öl /Leinwand     37,8 x 31,5 cm

Monogrammiert und datiert unten rechts "FH 9/44" und auf der Tasche mittig links "Hossfeld ...1844". 

Verso: Ein altes Etikett mit der Benennung der einzelnen Personen.
Alte, verm. ursprüngliche Rahmung. 

 

Verkauft

 

Hoßfeld, Friedrich (Johann Friedrich), dt. Zeichner und Portraitmaler * 26.09.1809 Mölbis bei Leipzig, + 11.06.1882 Berlin. Vater von Oskar H. und Großvater von Friedrich H.(d.J.). Aufgewachsen in Schulpforta, . Ausbildung an den Akademien in Leipzig (1823-28) und Dresden (bis 1829), dann in Berlin bei Karl Wilhelm Wach. Auch die Jahre in Dresden (1832-45) sind nur mit wenigen Arbeiten belegt. Zu vermuten sind Portraitaufträge und möglicherweise Gemälde für Kirchen. Die Ehe mit Luise Kummer setzte voraus, daß H. die Zeichenlehrerstelle in Schulpforta übernahm. Sein Schwiegervater Friedrich Gotthelf Kummer war seit 1810 mit Caspar David Friedrich befreundet. Kummer sammelte dessen Zeichnungen und die anderer Dresdner Künstler. Ihren Anteil an der Sammlung fasste Luise mit Zeichnungen ihres Mannes in einem Klebealbum zusammen, das von dem Kupferstichkabinett in Dresden 1988 erworben wurde. Wichtig sind deshalb Hoßfelds Familienbildnisse der Familie Kummer. Die Dienstjahre 1845-1880 in Schulpforta reduzierten die künstlerische Betätigung auf Familienbildnisse und Portraitzeichnungen und -gemälde der Lehrerkollegen und Rektoren in Schulpforte, die dort aufbewahrt werden. Hinzu kommen vier Zeichnungen für Lithographien dieser Örtlichkeit und Vorzeichnungen zum Buch von Wilhelm Corssen über die Klostergebäude (1868). Hoßfelds fassbar geringes künstlerisches Werk an Zeichnungen und Gemälden ist eine Folge seiner Unbekanntheit und der Notwendigkeit, den Lebensunterhalt als Zeichenlehrer an abgelegenem Ort zu verdienen. Seine in Dresden, Berlin und Schulpforta sowie in Familienbesitz aufgefundenen Arbeiten sind abgebildet und die Literatur und Quellen sind angegeben bei Petra Dorfmüller/Kristin Gerth/Matthias Lehmann (Hrsg.), Friedrich Hoßfeld zum 200. Geburtstag, Bad Kösen und Schulpforta 2009. Das Gemälde zeigt den Münzmeisters Dr. Friedrich Gotthelf Kummer vorn im "deutschen" Rock mit Gehstock und weißen Haaren -daneben seine Tochter, die von Hossfeld vor dem Schrägregen beschirmt wird. Hossfeld selbst mit einer Tasche umgürtet, die seinen Namen trägt und ebenso wie das datierte Monogramm auf das Jahr 1844 hinweist. Rechts von Kummer selbst in hockender Position Kummers Sohn mit schwarzer Schirmmütze mit Eichenlaub. Das wunderbare kleine Familienbildnis Hossfelds ist eine äußerst rare Darstellung deutscher Genremalerei, die die Sturm und Drang Bewegung des 19. Jahrhunderts paraphrasiert. Rar ist das Gemälde schon aus dem Grunde, da es keine weiteren Gemälde Hossfelds auf dem Kunstmarkt gibt und darüberhinaus die Darstellungsform ihresgleichen sucht. 

Literatur: Erwähnt in: Matthias Lehmann/ Kristin Gerth/ Petra Dorfmüller: Friedrich Hoßfeld zum 200. Geburtstag; Die Familien des Münzmeisters Dr. Friedrich Gotthelf Kummer in Dresden, 2010, S..